SCRAP
Dokumentarfilm

Produktionsjahr: 2019
 
Sabine Hertig (1982*) pflegt einen offensiven Umgang mit allen Informationsmedien. Hertig kann verschiedenste Printmedien so selbstverständlich vereinen, dass sie nicht mehr einfach auseinandergehalten werden können. Auf engem Raum visualisiert sie das immense kollektive Bildgedächtnis der heutigen Zeit und im übertragenen Sinn sogar das geordnete Wirrwar des Internets. Gleichzeitig erneuert sie den klassischen Malereibegriff. Auf Distanz wirkt die einheitsstiftende, optische Struktur ihrer Arbeiten wie Malerei, von Nahem löst sie sich in einzelne Bildfetzen auf. Ein Spiel mit Grenzen der Sichtbarkeit und Sichtbarkeit der Grenzen.  
 
Der Film «SCRAP Exploring the Edge» schafft es in mehrfacher Hinsicht, die Entstehung eines Kunstwerks dem Publikum vor Augen zu führen. Der Film zeigt uns in eindrücklicher Art und Weise das, was uns sonst immer verborgen bleibt: die stille, einsame Arbeit der Künstlerin in ihrem Atelier. Das Beste was ein Film über die Entstehung von Kunst machen kann, ist einen Raum zum Denken und zur Reflexion zu schaffen, ohne dabei eine Sensation zu provozieren.
Ein bewusst radikaler Entscheid des Filmemachers, sich einzig auf den Entstehungsprozess eines Kunstwerks zu fokussieren. Das Publikum wird aufgefordert, in eine unbekannte Welt einzutauchen. Die kompromisslose Konzeption des Films, sich nicht auf biografische Details einzulassen, lässt viel Raum, damit man sich auf das entstehende Werk einlassen kann. Es geht um das Aushalten, Innehalten und Beobachten eines Entwicklungsprozesses.
 
Mit SCRAP erweitert Sabine Hertig auch den Begriff der Collage. SCRAP bedeutet ja mehr als etwas Weggeworfenes, Ausgesondertes oder in Stücke Zerlegtes. TO SCRAP heisst auch etwas abschaffen inklusive Regeln und Gesetze; Das Medium Collage ist für Hertig denn auch weit mehr, als ein technologisches Instrument, sondern ein Werkzeug des anschaulichen Denkens über eine Welt, die selbst zur Informationsmontage geworden ist.
 
Über die Künstlerin: Sabine Hertig absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Die von der Galerie STAMPA vertretene Künstlerin lebt und arbeitet in Basel. 2013 erhielt sie den Kulturpreis der Gemeinde Riehen. Ihre Arbeiten sind in diversen Sammlungen vertreten.
Mehr infos zur Künstlerin:
www.sabinehertig.ch

 

 
Buch, Regie, Produktion:
Color Grading:
Musik:
Christy Doran
Sound Design:
Patrick Becker
Offline-Schnitt:
point de vue
Verleih:
NN
Produktion:
point de vue DOC