Wir von da oben - Generationenwechsel auf der Alp
Dokumentarfilm

 

Produktionsjahr: 2013
 
  "Es war super so aufzuwachsen, es war immer Aktion" meint Dani, der älteste Sohn der Bergbauernfamilie Gisler im Schächental. Viermal im Jahr zog die ganze Familie um. Vom Hof, auf das Maiensäss, auf die Sommeralp und wieder zurück. Vor 9 Jahren traf die Filmerin Rita Ziegler Dani und seine 3 Geschwister zum ersten Mal. Eine Bergidylle auf den ersten Blick, doch beim näheren Hinschauen eine Riesenarbeit für die Eltern Berti und Agnes. Die Kinder waren damals noch klein, aber lernten früh mit anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Agnes legte schon damals Wert darauf, dass jedes Kind einen Beruf erlernt, um über seine Zukunft selber entscheiden zu können. Auch für sich suchte sie neue Möglichkeiten, um nicht nur vom Betrieb ihres Mannes abhängig zu sein. 9 Jahre später kehrt Rita Ziegler mit ihrem Filmteam auf die Alp zurück. Vieles hat sich verändert.

Die vier Gisler Kinde sind jetzt Teenager und junge Erwachsene. Dani 23, Chrigel 22, Tamara 19 und Simi 15 Jahre alt. Das abgeschiedene Familienleben, die Sommermonate unbeschwerter Kindheit in den Bergen gibt es nicht mehr. Noch führt Berti Gisler den Familienbetrieb weiter. Wenn er nicht mit dem Vieh oben auf der Alp ist, wohnt er mit den Jungen im untersten Haus. Diese fahren täglich von dort zur Arbeit oder zur Schule runter ins Tal. Agnes Gisler hat sich ihren Wunsch nach mehr Selbständigkeit erfüllt und einen Berg-Kiosk gepachtet. Doch mit dem Bauernbetrieb zusammen wurde es ihr zuviel. Sie ist ausgezogen und sucht ihren eigenen Weg.
 
Dani wird wohl bald den elterlichen Betrieb übernehmen. Hat die Alpwirtschaft auf drei Stufen ökonomisch überhaupt noch eine Zukunft? Auf was soll er setzen? Direktzahlungen für Ökoflächen, Milchwirtschaft, Viehzucht? Mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus haben er und seine Brüder mit ein paar Kollegen eine Kuhstyling Agentur gegründet, das "Schauteam Gisler-Pfulg". Ihre erfolgreichen Auftritte auf grossen Viehschauen sind mehr als ein Hobby. Die schönsten Rinder erzielen auch höhere Preise.
 
Der Lebensmittelpunkt der Gislers hat sich generell nach unten verlagert. Fast alle sind mehr im Tal als auf den Bergen. Doch wenn es darauf ankommt, funktioniert die alte Familiensolidarität nach wie vor ganz selbstverständlich und alle packen an.
 
Ein berührender Film über idyllische Kindheit und entzaubertes Erwachsen werden, über die Realität dieser Bergbauernfamilie im Schächental und die Schwierigkeiten der 3-Stufen-Wirtschaft und ein Film über die Bedeutung der Solidarität in einer Familie in schwierigen Zeiten.
 
 
 

 
 
Buch und Regie:
Kamera:
Till Caspar Juon, Maya Hauser
Tonmischung: 
Patrick Becker
Schnitt:
Fabrizio Fracassi
Musik:
Albin Brun, Fränzlis da Tschlin
Sprecherin:
Sandra Werner
Produktion:
point de vue DOC
Koproduktion:
SRF, Michèle Sauvin, Helen Stehli Pfister, Urs Augstburger
Leitung: Marius Born
Produzenten:
Vertrieb:
point de vue